Am
Donnerstagmorgen teilten wir uns auf, um möglichst viele
unterschiedliche Menschen befragen zu können. Gruppe 1 ging
ins Arbeitsamt und anschließend ins Einwohnermeldeamt, auf der Suche
nach Neuzugezogenen.
Gruppe 2 machte sich zunächst auf den Weg ins Studentenwohnheim, um Erasmusstudenten zu interviewen. Da dort aber kaum jemand zu finden war, fuhren sie anschließend in die Innenstadt und befragten einige Touristen.
Die
Ergebnisse vielen unterschiedlich aus. Die erste Frage wurde
verständlicherweise mit vielen Klischees beantwortet. So kannten
viele Einwanderer das Oktoberfest, das bayrische Bier, oder die
Trachtenkleidung.
Bei der Frage nach den Dingen, die als erstes
aufgefallen seien, wurde oftmals der Dialekt genannt, der es selbst
Einwanderern mit Sprachkenntnissen anfangs schwer machte, sich zu
verständigen. Generell wurde beim Thema Schwierigkeiten oft die
Kontaktaufnahme mit einheimischen Menschen genannt. Die Leute würden
sich oft zu Hause aufhalten und wenig auf der Straße unternehmen,
was ein Kennenlernen erleichtern würde. Auch wurden deutsche
Mitbürger öfters als schwer zugänglich im Erstkontakt beschrieben.
Viele wünschten sich mehr Möglichkeiten, in einem
gemeinschaftlichen Umfeld Menschen kennen zu lernen. Außerdem wurde
die Bürokratie als Problemfeld genannt. Oftmals sprachen die
Mitarbeiter in den Behörden kein Englisch und konnten ihnen nur
schwer weiterhelfen. Die „deutsche Pünktlichkeit“ überraschte
auch einige Einwanderer. Sie kannten die festen Ladenschlusszeiten
teilweise nicht, genauso wenig wie die Erwartung an eine pünktliche
Termineinhaltung.
Auf
dem Rückweg aus der Innenstadt traf die zweite Gruppe auf einen
blinden Mann, der sie an der Bushaltestelle fragte, welcher Bus
gerade einfährt. Als wir uns wieder in der Heßstraße trafen,
erzählten die beiden von diesem Erlebnis. Es ließ uns darüber
nachdenken, welchen Schwierigkeiten blinde Menschen bei der Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel ausgesetzt sind. Sie werden an Bus- oder
Tramhaltestellen nicht über Verspätungen informiert und können
somit nicht erkennen, ob sie in das richtige Fahrzeug einsteigen.
Auch können sie die Aushängetafeln mit den Abfahrtszeiten nicht
nutzen. Wir entschieden uns nach diesen Überlegungen, unseren Fokus
noch einmal zu verschieben und uns auf das Thema Blinde im
Straßenverkehr zu konzentrieren.
Um das Thema weiter zu
konkretisieren wählten wir das Trambahnnetz und suchten uns die
Linie 20, welche an der Hochschule München hält, aus. Daraus nahmen
wir die sechs wichtigsten Stationen, vom Stachus bis zur Hochschule
München. Um die Probleme, die sich aus der Tramfahrt für einen
blinden Menschen ergeben, genauer einschätzen zu können, befragten
wir eine blinde Person in der bayrischen
Blindenhörbücherei. Hierbei fanden wir heraus, dass die
Erstellung eines Fahrplans in Blindenschrift die an den Haltestellen
eine große Erleichterung wäre. Daher machten wir uns an die
Entwicklung eines Prototypen:
Wir
teilten uns erneut auf. Die eine Gruppe besuchte ein Blindenzentrum,
um herauszufinden, wie und wo man einen solchen Plan am besten
herstellen kann und fuhr zur Münchner Verkehrs Gesellschaft, um nach
dem Vorhandensein eines Blindenfahrplans zu fragen. Die andere Gruppe
stellte erste Überlegungen für den Entwurf einer Druckvorlage an
und besuchte einen Industriemechaniker aus der Werkstatt der
Hochschule München, um sich darüber zu informieren, ob und wie man
den Plan selbst anfertigen könnte. Zur Probe schlug der Mechaniker
einige Kerben in ein Probeblech und empfahl uns die geeignete
Aluminiumstärke und das beste Werkzeug.





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