Donnerstag, 17. Juli 2014

Befragung und Problemfindung

Am Donnerstagmorgen teilten wir uns auf, um möglichst viele unterschiedliche Menschen befragen zu können. Gruppe 1 ging ins Arbeitsamt und anschließend ins Einwohnermeldeamt, auf der Suche nach Neuzugezogenen.



Gruppe 2 machte sich zunächst auf den Weg ins Studentenwohnheim, um Erasmusstudenten zu interviewen. Da dort aber kaum jemand zu finden war, fuhren sie anschließend in die Innenstadt und befragten einige Touristen.

 
Die Ergebnisse vielen unterschiedlich aus. Die erste Frage wurde verständlicherweise mit vielen Klischees beantwortet. So kannten viele Einwanderer das Oktoberfest, das bayrische Bier, oder die Trachtenkleidung.
 
Bei der Frage nach den Dingen, die als erstes aufgefallen seien, wurde oftmals der Dialekt genannt, der es selbst Einwanderern mit Sprachkenntnissen anfangs schwer machte, sich zu verständigen. Generell wurde beim Thema Schwierigkeiten oft die Kontaktaufnahme mit einheimischen Menschen genannt. Die Leute würden sich oft zu Hause aufhalten und wenig auf der Straße unternehmen, was ein Kennenlernen erleichtern würde. Auch wurden deutsche Mitbürger öfters als schwer zugänglich im Erstkontakt beschrieben. Viele wünschten sich mehr Möglichkeiten, in einem gemeinschaftlichen Umfeld Menschen kennen zu lernen. Außerdem wurde die Bürokratie als Problemfeld genannt. Oftmals sprachen die Mitarbeiter in den Behörden kein Englisch und konnten ihnen nur schwer weiterhelfen. Die „deutsche Pünktlichkeit“ überraschte auch einige Einwanderer. Sie kannten die festen Ladenschlusszeiten teilweise nicht, genauso wenig wie die Erwartung an eine pünktliche Termineinhaltung.

Auf dem Rückweg aus der Innenstadt traf die zweite Gruppe auf einen blinden Mann, der sie an der Bushaltestelle fragte, welcher Bus gerade einfährt. Als wir uns wieder in der Heßstraße trafen, erzählten die beiden von diesem Erlebnis. Es ließ uns darüber nachdenken, welchen Schwierigkeiten blinde Menschen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausgesetzt sind. Sie werden an Bus- oder Tramhaltestellen nicht über Verspätungen informiert und können somit nicht erkennen, ob sie in das richtige Fahrzeug einsteigen. Auch können sie die Aushängetafeln mit den Abfahrtszeiten nicht nutzen. Wir entschieden uns nach diesen Überlegungen, unseren Fokus noch einmal zu verschieben und uns auf das Thema Blinde im Straßenverkehr zu konzentrieren.



Um das Thema weiter zu konkretisieren wählten wir das Trambahnnetz und suchten uns die Linie 20, welche an der Hochschule München hält, aus. Daraus nahmen wir die sechs wichtigsten Stationen, vom Stachus bis zur Hochschule München. Um die Probleme, die sich aus der Tramfahrt für einen blinden Menschen ergeben, genauer einschätzen zu können, befragten wir eine blinde Person in der bayrischen Blindenhörbücherei. Hierbei fanden wir heraus, dass die Erstellung eines Fahrplans in Blindenschrift die an den Haltestellen eine große Erleichterung wäre. Daher machten wir uns an die Entwicklung eines Prototypen:



Wir teilten uns erneut auf. Die eine Gruppe besuchte ein Blindenzentrum, um herauszufinden, wie und wo man einen solchen Plan am besten herstellen kann und fuhr zur Münchner Verkehrs Gesellschaft, um nach dem Vorhandensein eines Blindenfahrplans zu fragen. Die andere Gruppe stellte erste Überlegungen für den Entwurf einer Druckvorlage an und besuchte einen Industriemechaniker aus der Werkstatt der Hochschule München, um sich darüber zu informieren, ob und wie man den Plan selbst anfertigen könnte. Zur Probe schlug der Mechaniker einige Kerben in ein Probeblech und empfahl uns die geeignete Aluminiumstärke und das beste Werkzeug.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen